Herzlich willkommen bei Sayaw: Körperarbeit mit Stock & Schwert!

 

Der Begriff Sayaw (gesprochen „Sajao", Cebuano für Tanz) bezeichnet in der philippinischen Kampfkunst Escrima (auch Eskrima, Kali oder Arnis) Solo-Formen, die Schrittfolgen mit ein- oder beidhändiger Waffenführung kombinieren, eine Art kämpferische Choreografie (das japanische Gegenstück ist die bekanntere Kata). 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                    © Tanja Konrad (außer Partnerübung)

Unter Körperarbeit verstehe ich hier eine aktive und bewusste Bewegungspraxis mit dem Ziel der Gesundheitsförderung (in Abgrenzung zum Beispiel von Massage, die durch Arbeit am passiven Patienten einen medizinisch-therapeutischen Zweck erfüllt).

 

Meine Körperarbeit mit Stock und Schwert basiert auf dem philippinischen Escrima, integriert zusätzlich Einflüsse aus chinesischen Inneren Kampfkünsten (wie Qigong, Yiquan und Tai Chi) und bringt Erkenntnisse aus dem Bereich Bewegungslehre und westliche Tanztherapie (vgl. Konzepte von Rudolf von Laban und Irmgard Bartenieff) mit weiteren Methoden der Körperarbeit zusammen (zum Beispiel mit Body-Mind Centering).

 

Es gibt inhaltlich zwei Schwerpunkte:

 

- Rhythmische Doppelstock-Partnerübungen (Sinawali), bei denen ein auch körperlicher Dialog entsteht, eine gemeinsame Sprache mit wechselnden Partnern entwickelt wird. Diese Übungen fördern außerdem die Koordination von linker und rechter Körperhälfte und sorgen für neue Verbindungen nicht nur im Gehirn. Hier lernen sich die Teilnehmer kennen und schätzen.

 

- Bewegte Meditation mit kleinen Solo-Formen (Sayaw) mit Einzelstock, Doppelstock, Espada y Daga (Kurzschwert und Linkehanddolch) oder auch Langstock, die ich teilweise eigens für diesen Zweck entwickelt habe. Nach den Partnerübungen kehrt man mit den Formen wieder zu sich selbst zurück und kommt zur Ruhe.

 

 

Insgesamt nutzen wir verschiedene Ebenen (z. B. horizontal, vertikal, diagonal) und Themen (z. B. Körper und Raum), um eine Verbesserung der Körperwahrnehmung zu erreichen, eine Integration der verschiedenen Teile in eine harmonische Gesamtstruktur. Horizontale Ebenen können sich dabei auf die Erde, die uns trägt, aber auch auf das Becken und den Schultergürtel beziehen, die Wirbelsäule richtet uns in die Vertikale auf, Diagonalen finden sich als Muskel- und Faszienverbindungen innerhalb des Körpers, sind aber auch wichtige Bewegungselemente bei der Führung von Stock und Schwert. Der Stock als Verlängerung und zunehmend Teil des Körpers bringt Erdung und Zentrierung unmittelbar in den Fokus. Dabei geht es hier nicht um realistische Anwendbarkeit im Kampf oder eine Anhäufung von Techniken, sondern um individuelles Spüren und gemeinsames Forschen. 

 

Häufige Fragen:

 

Was muss ich mitbringen? Einfache Sportkleidung und Hallenturnschuhe genügen, Rattanstöcke (70 cm Länge, ein Paar pro Teilnehmer/in) und Trainingsschwerter (ggf. auch Langstöcke von ca. 170 cm Länge) können ausgeliehen werden.

 

Was ist bei den Formen der Unterschied zu Tai-Chi-Waffenformen? Die philippinischen Formen sind häufig (nicht immer) kürzer und werden gewöhnlich dynamischer ausgeführt (wobei es natürlich auch bei Tai-Chi-Formen je nach Lehrer bzw. Stil Unterschiede gibt). Zwar üben auch wir bestimmte Aktionen in einer bestimmten Reihenfolge und achten auf die Körperstruktur, allerdings experimentieren wir mehr und lassen Themen und Erkenntnisse aus verschiedenen Bereichen in unser Formentraining einfließen.