Escrima

 

Escrima (auch Kali oder Arnis) ist eine stark rhythmisch geprägte Stockfechtkunst mit philippinischen Wurzeln (oft „Kunst der wirbelnden Stöcke" genannt), die überwiegend mit Rattanstöcken ausgeführt wird. Neben den am häufigsten verwendeten Einzel- und Doppelstöcken von ca. 50-90cm Länge gibt es auch längere und kürzere Varianten für Disziplinen wie Langstock oder Espada y Daga (Schwert und Linkehanddolch) und andere mehr. 

 

In meinem Escrima-Unterricht geht es besonders um eine partnerschaftliche Umgangsweise und eine gesunde Zentrierung und Verankerung, ein Bewusstwerden der eigene Stärke. Der Schwerpunkt liegt hier also nicht auf Wettkampf oder Selbstverteidigung, sondern bietet allen Interessierten ohne Vorkenntnisse eine Möglichkeit, spielerisch und mit Spaß an der Bewegung mehr Präsenz und Klarheit zu entwickeln. 

  

Anfänger trainieren eine rhythmisch geprägte Schlagschule mit Doppelstöcken (Sinawali), ein weiterer Teil des Trainings besteht aus Schlag-Block-Abfolgen, bei denen man langsam Körperbeherrschung und Reaktionsmuster entwickelt, was letztlich in ein dynamisches „Spiel", einen Austausch zwischen zwei Partnern übergeht (Counter for Counter). Kleine Formen mit unterschiedlichen Waffengattungen (Sayaw) runden die Unterrichtseinheiten ab.

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                     © Tanja Konrad (Bild Mitte)

 

 

Kurz gesagt:

 

Escrima

  • fördert die Hand-Augen-Koordination sowie die Koordination von linker und rechter Körperhälfte
  • ist durch die Partnerübungen eine besondere, auch körperliche Form der Kommunikation und Interaktion (Einstellen auf unterschiedliche Partner, ihre Kraft und Geschwindigkeit, finden einer gemeinsamen Sprache, Schulung der zwischenmenschlichen Fähigkeiten)
  • führt zu erhöhter Aufmerksamkeit und Fokussierung
  • bringt den Wechsel von Anspannung und Entspannung sowie neue Bewegungsimpulse und verbesserte Körperwahrnehmung mit sich
  • ermöglicht das Erleben der eigenen Kraft und fördert die Persönlichkeitsentwicklung
  • ist abwechslungsreich und bringt neben dem Körper auch die grauen Zellen auf Trab

 

Häufige Fragen:

 

Ist Escrima gefährlich bzw. besteht ein erhöhtes Verletzungsrisiko? Nein. Wir machen keinen Vollkontakt, Anfänger benötigen keine Schutzausrüstung. Es geht auch zu Beginn nicht um Kraft und Geschwindigkeit, das kommt mit der Zeit. Wenn die nötige Präzision und Kontrolle entwickelt wurden, können Handschützer für schnelleres Sparring mit verschiedenen Waffengattungen sinnvoll sein, mehr Schutzausrüstung wird nur für freiwillige Übungen unter Fortgeschrittenen verwendet, bei denen etwas ausgetestet werden soll, ist aber nicht zwingend erforderlich.

 

Wie anstrengend ist Escrima? Zu Beginn ist es eher für den Kopf als für den Körper eine Herausforderung, da viele Bewegungen keiner Alltagserfahrung entsprechen. Mit der Zeit erhöht sich auch die Intensität des (freundschaftlichen) Sparrings, man kann sich also durchaus austoben, das entscheidet aber jeder selbst bzw. spricht sich mit dem Trainingspartner ab.

 

Was muss ich mitbringen? Einfache Sportkleidung und Hallenturnschuhe genügen, wir trainieren mit Rattenstöcken von 70cm Länge und 2,5cm Durchmesser, ein Paar pro Teilnehmer kann zu Beginn ausgeliehen werden (Bambus ist nicht geeignet, Hartholz normalerweise nur für Formen zugelassen, nicht für Partnertraining mit Kontakt).