Der Unterricht in Escrima umfasst traditionelle Techniken überwiegend ohne Schutzausrüstung, der Schwerpunkt liegt nicht auf Wettkampf oder realistischer Selbstverteidigung, sondern auf einer besseren Wahrnehmung des Körpers und der eigenen Stärke, einer Schulung von Präsenz und Klarheit. Bestandteile sind verschiedene Schlagmuster mit Doppelstöcken („Sinawali“), Schlag-Block-Abfolgen mit dem Einzelstock bis hin zu einem dynamischen, aber reglementierten „Spiel“ zwischen zwei Partnern („Counter for Counter“) sowie kleine Formen im Sinne einer kämpferischen Choreografie (siehe Sayaw), bei denen verschiedene Waffengattungen zum Einsatz kommen können. 

 

 

Escrima

  • fördert die Hand-Augen-Koordination sowie die Koordination von linker und rechter Körperhälfte
  • ist durch die Partnerübungen eine besondere, auch körperliche Form der Kommunikation und Interaktion (Einstellen auf unterschiedliche Partner, ihre Kraft und Geschwindigkeit, finden einer gemeinsamen „Sprache", Schulung der zwischenmenschlichen Fähigkeiten)
  • führt zu erhöhter Aufmerksamkeit und Fokussierung
  • bringt den Wechsel von Anspannung und Entspannung sowie neue Bewegungsimpulse und verbesserte Körperwahrnehmung mit  sich
  • ermöglicht das Erleben der eigenen Kraft und fördert die Persönlichkeitsentwicklung
  • ist abwechslungsreich und bringt neben dem Körper auch die grauen Zellen auf Trab

Häufige Fragen:

 

Ist Escrima gefährlich bzw. besteht ein erhöhtes Verletzungsrisiko? Nein. Wir machen keinen Vollkontakt, Anfänger benötigen keine Schutzausrüstung. Es geht auch zu Beginn nicht um Kraft und Geschwindigkeit, das kommt mit der Zeit. Wenn die nötige Präzision und Kontrolle entwickelt wurden, können Handschützer für schnellere Trainingsformen mit verschiedenen Waffengattungen sinnvoll sein, mehr Schutzausrüstung wird nur für freiwillige Übungen unter Fortgeschrittenen verwendet, bei denen etwas ausgetestet werden soll, ist aber nicht zwingend erforderlich.

 

Wie anstrengend ist Escrima? Zu Beginn ist es eher für den Kopf als für den Körper eine Herausforderung, da viele Bewegungen keiner Alltagserfahrung entsprechen. Mit der Zeit erhöht sich auch die Intensität des Schlagtrainings und (freundschaftlichen) Sparrings, man kann sich also durchaus austoben, das entscheidet aber jeder selbst bzw. spricht sich mit dem Trainingspartner ab.

 

Was muss ich mitbringen? Einfache Sportkleidung und Hallenturnschuhe genügen, wir trainieren mit Rattanstöcken von 70 cm Länge, ein Paar pro Teilnehmer/in kann zu Beginn ausgeliehen werden (Bambus ist nicht geeignet, Hartholz normalerweise nur für Formen zugelassen, nicht für Partnertraining mit Kontakt).